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Wirecard-Kurskapriolen: Deutsche Börse gibt sich gelassen

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Trotz der massiven Kursschwankungen der Wirecard -Aktie in der vergangenen Woche sieht die Deutsche Börse keinen Anlass einzugreifen. Man beobachte aufmerksam die starken Kursbewegungen des Papiers, sagte Deutsche-Börse-Sprecher Andreas von Brevern dem Finanzportal boerse-online.de. Nach Berichten in der "Financial Times" über finanzielle Unregelmäßigkeiten war der Wirecard-Kurs am Mittwoch um bis zu 25 Prozent und am Freitag über 30 Prozent eingebrochen.

"Das sind inzwischen natürlich Dimensionen, wie wir sie zuletzt etwa bei der VW -Aktie im Jahr 2008 beobachtet haben", sagte von Brevern. "Wir sehen derzeit aber keinen Grund, da in irgendeiner Form bei den Regularien einzugreifen. Insbesondere halten wir Forderungen für unbegründet, die Dax -Mitgliedschaft auf den Prüfstand zu stellen."

An der Börse hatte der erneute Kurseinbruch am Freitag dem Portal zufolge für Unruhe gesorgt. Marktteilnehmer befürchteten, dass das Vertrauen der Investoren durch derartige Vorgänge nachhaltig geschädigt werden könnte. Andere sähen den Ruf des deutschen Leitindex DAX in Gefahr, "wenn ein milliardenschwerer Einzelwert Schwankungen aufweist wie ein Penny-Stock".

Die VW-Aktie war im Herbst 2008 nach einer heftigen Kursrally auf einen Wert von über 1000 Euro hochgeschossen. Hintergrund war die Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW gewesen./he


Quelle: dpa-AFX

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