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AKTIE IM FOKUS 3: Axel Springer brechen nach schwachem Ausblick ein

(Neu: Schlusskurs, Tief seit 2016, Döpfner-Aussagen)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Der Medienkonzern Axel Springer hat der ohnehin schon angeschlagenen Stimmung seiner Aktionäre am Donnerstag mit einem tristen Ausblick einen weiteren Schlag versetzt. Während die Bilanz die Erwartungen insgesamt erfülle, erscheine der Ausblick schwach, sagte Analystin Patricia Pare von der Schweizer Bank UBS. Die Springer-Papiere sackten zwischenzeitlich auf 45,72 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit Ende 2016 ab. Am Ende stand noch ein Abschlag von 6,73 Prozent auf 46,68 Euro auf der Kurstafel. Sie blieben damit das Schlusslicht im MDax.

Springer rechnet 2019 nur mit einem geringen Umsatzwachstum und erwartet beim bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nur das Niveau von 2018. UBS-Analystin Patricia Pare monierte vor allem den Ausblick für die Sparte Classified Media mit ihren Job- und Immobilienportalen. Der Bereich war 2018 noch um rund 20 Prozent gewachsen und der einzige Wachstumstreiber des Konzerns. 2019 rechnet Springer für das Segment aber nur noch mit einem Umsatzplus im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

Auch Analyst Marcus Diebel von der US-Bank JPMorgan äußerte sich skeptisch zum Geschäftsausblick. Er sieht in den kommenden Monaten zudem keine wesentlichen Kurstreiber. Manche Geschäftsteile, wie etwa die Jobbörsen, könnten durch eine mögliche Konjunkturdelle beeinträchtigt werden.

Wie Konzernchef Mathias Döpfner ankündigte, will der Konzern in diesem Jahr vor allem in Wachstum investieren. Dass einige Aktionäre den Ausblick nicht positiv sehen, liege an deren "kurzfristigerer Perspektive", gab er zu bedenken - und verteidigte die Pläne, bei denen weitere Mittel in die Digitalsparte und das Marketing fließen sollen.

Neben dem Ausblick belastet auch die Charttechnik. Die Papiere fielen unter die Unterstützung im Bereich zwischen 48 und 50 Euro, in dem sie sich seit Dezember immer wieder gefangen hatten. Bricht eine solche Unterstützung, kann der Druck auf Aktien zunehmen. Das liegt daran, dass viele Anleger in solchen als kritisch empfundenen Bereichen oftmals automatische Verkaufsaufträge platzieren. Werden diese ausgelöst, führt das zu zusätzlichem Druck auf die Kurse./mis/nas/fba/tih/jha/



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Quelle: dpa-AFX

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