Nachrichten

Aktien Frankfurt: Dax leicht im Minus - Daimler, Trump und Ifo trüben Stimmung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der jüngsten Rekordjagd am deutschen Aktienmarkt ist die Stimmung zum Wochenbeginn trotz Sommerhitze eher unterkühlt. Der Dax erreichte zum Mittag 12 274,80 Punkte und lag damit 0,53 Prozent im Minus. Die Gewinnwarnung von Autobauer Daimler sowie der eingetrübte Ifo-Index seien "keine guten Zutaten" für den deutschen Leitindex, sagte Marktexperte Robert Halver von der Baader Bank der dpa-AFX.

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft hatten sich im Juni erneut verschlechtert. Das Ifo-Geschäftsklima fiel auf den tiefsten Stand seit 2014. Noch in der vergangenen Woche war der Dax, getrieben von der Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik der Notenbanken, auf ein neues Jahreshoch geklettert.

Aus Sicht der Börsianer könnten nun noch zwei weitere Aspekte den Drang der Investoren etwas bremsen: der immer näher rückende G20-Gipfel Ende der Woche in Japan - auf dem sich US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping trifft - und die Eskalation im Konflikt der USA mit dem Iran. Bereits vor dem Wochenende hatte die Auseinandersetzung zwischen beiden Ländern der jüngsten Börsenrally Wind aus den Segeln genommen. Nach Worten des US-Außenministers Mike Pompeo treten am Montag neue US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft.

Im breiteren Markt zeigten sich die Anleger zu Wochenbeginn dagegen weniger zögerlich: Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, rückte zuletzt um 0,30 Prozent auf 25 577,53 Punkte vor. Nach einem noch freundlichen Start in Europa bröckelten indes die Gewinne - der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verbuchte zuletzt ein moderates Minus von 0,35 Prozent.

Im Dax rutschten die Daimler-Papiere nach einer erneuten Gewinnwarnung mit einem Abschlag von mehr als viereinhalb Prozent an das Index-Ende. Wegen hoher Rückstellungen im Zusammenhang mit der Affäre um mutmaßlich manipulierte Dieselmotoren sehen die Stuttgarter ihren operativen Jahresgewinn nun nur noch auf Vorjahresniveau. "Es ist immerhin die dritte Gewinnwarnung von Daimler in einem Jahr", sagte Halver. Er schätzt zudem, dass es für diesen Sommer nicht die letzte Warnung im Industriebereich gewesen sein dürfte.

Lufthansa rutschten um knapp eineinhalb Prozent ab. Mit der jüngsten Gewinnwarnung hatte das Vertrauen der Anleger in die Airline bereits einen noch größeren Knacks bekommen. Am Montag kündigte der Konzern nun eine Änderung der Dividendenpolitik an. RWE -Papiere sackten zudem nach einer Verkaufsempfehlung der britischen Bank HSBC um mehr als drei Prozent ab. Analyst Adam Dickens verwies in seiner Einschätzung auf politische Risiken für konventionelle Stromerzeuger und Herausforderungen im Bereich Erneuerbare Energien.

Aktien des angeschlagenen Einzelhandelskonzerns Metro verteuerten sich nach dem Übernahmeangebot der beiden osteuropäischen Investoren Daniel Kretinsky und Patrik Tkac um knapp drei Prozent. Die Metro-Führung bewertete die Offerte allerdings als zu niedrig. Anleger könnten womöglich nun auf eine Nachbesserung seitens der Interessenten spekulieren.

Unterdessen kann das Biotechunternehmen Morphosys weiter mit seinem Prüfmedikament Tafasitamab punkten. Analysten und Aktionäre zeigten sich von weiteren Daten der laufenden Blutkrebsstudie beeindruckt: Die Aktie schnellte um fast acht Prozent nach oben und ist damit zurück auf dem Niveau von Ende Mai.

Zum Wochenstart gibt es zudem noch einige Veränderungen in den Indizes hinter dem Dax: So steigt Wacker Chemie aus dem Index der mittelgroßen Werte MDax in den SDax ab. Nachrücker ist der Leasingspezialist Grenke . Im Kleinwerteindex SDax müssen Vossloh und Hapag Lloyd ihre Plätze für Eckert & Ziegler und DMG Mori räumen./kro/tav/mis


Quelle: dpa-AFX

Daten bereitgestellt von vwd Vereinigte Wirtschaftsdienste GmbH.