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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Anleger nach Börsenrally weiter zurückhaltend

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der jüngsten Rekordjagd am deutschen Aktienmarkt zeigen Anleger zum Wochenbeginn Ermüdungserscheinungen. Der Dax gab zum Handelsende am Montag um 0,53 Prozent auf 12 274,57 Punkte nach. In der vergangenen Woche war der Leitindex noch auf ein Jahreshoch von 12 438 Punkten geklettert. Für den CMC-Marktexperten Jochen Stanzl war es "ein klassischer Konsolidierungstag im Deutschen Aktienindex".

Für Börsianer gab es zuletzt diverse Gründe, die Füße still zu halten: Da wäre unter anderem der G20-Gipfel Ende der Woche, auf dem sich US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping treffen will. Beide wollen dabei über den Handelskrieg ihrer Länder reden. CMC-Analyst Stanzl schrieb diesbezüglich, dass Anleger hoffen, "dass zwischen den Verhandlungspartnern USA und China mehr als die heiße Luft, die jetzt nach Deutschland strömt, ausgetauscht wird."

Darüber hinaus hatte Trump am Wochenende per Twitter neue Sanktionen gegen den Iran angekündigt. Dadurch soll das Land nach US-Angaben daran gehindert werden, Atomwaffen und Raketen zu bauen. Der Konflikt zwischen den beiden Ländern hatte sich bereits vor dem Wochenende bremsend auf die jüngste Börsenrally ausgewirkt. Nach den Worten des US-Außenministers Mike Pompeo sollen die neuen Sanktionen am Montag in Kraft treten.

Als weiterer Dämpfer kamen zuletzt die abermals verschlechterten Aussichten für die deutsche Wirtschaft hinzu. Das Ifo-Geschäftsklima war im Juni auf den tiefsten Stand seit 2014 gefallen. Auf die Stimmung drückte zudem eine Gewinnwarnung von Daimler . Nach Einschätzung mehrerer Experten dürfte es auf kurze Sicht auch nicht die letzte Warnung in der deutschen Unternehmerlandschaft gewesen sein.

Entsprechend zeigten sich Anleger nicht nur im Dax, sondern auch im breiteren Markt zurückhaltend. Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, bewegte sich mit einem leichten Minus von 0,12 Prozent auf 25 469,98 Punkte kaum vom Fleck. Auch in Europa bröckelten die Gewinne. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verbuchte ein moderates Minus von 0,33 Prozent.

Entsprechend ging es auch in Paris leicht nach unten - mit einem Minus von 0,12 Prozent. In London legte der Leitindex FTSE 100 dagegen um 0,12 Prozent zu. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Handelsende 0,16 Prozent höher.

Im Dax rutschten die Daimler-Papiere nach einer erneuten Gewinnwarnung mit einem Abschlag von fast vier Prozent an das Index-Ende. Wegen hoher Rückstellungen im Zusammenhang mit der Affäre um mutmaßlich manipulierte Dieselmotoren sehen die Stuttgarter ihren operativen Jahresgewinn nun nur noch auf Vorjahresniveau. Die dritte Gewinnwarnung des Autobauers sei als "Erbe" des vorherigen Vorstandschefs Dieter Zetsche zu sehen, schrieb NordLB-Analyst Frank Schwope in einer aktuellen Studie. Dem neuen Chef Ola Källenius stünden daher noch einige Aufräumarbeiten bevor.

Lufthansa rutschten trotz einer neuen, anlegerfreundlichen Dividendenpolitik um 0,81 Prozent ab. Mit der jüngsten Gewinnwarnung hatte das Vertrauen der Anleger in die Airline bereits einen noch größeren Knacks bekommen. RWE -Papiere sackten zudem nach einer Verkaufsempfehlung der britischen Bank HSBC um mehr als drei Prozent ab. Analyst Adam Dickens verwies in seiner Einschätzung auf politische Risiken für konventionelle Stromerzeuger in Deutschland und Herausforderungen im Bereich Erneuerbare Energien.

Aktien des angeschlagenen Einzelhandelskonzerns Metro legten nach dem Übernahmeangebot der beiden osteuropäischen Investoren Daniel Kretinsky und Patrik Tkac um rund 2,6 Prozent zu. Baader-Bank-Analyst Volker Bosse empfahl den Aktionären, das Angebot von 16 Euro pro Stammaktie und 13,80 Euro pro Vorzugsaktie anzunehmen. Die Metro-Führung bewertete die Offerte jedoch als zu niedrig.

Unterdessen kann das Biotechunternehmen Morphosys weiter mit seinem Prüfmedikament Tafasitamab punkten. Analysten und Aktionäre zeigten sich von weiteren Daten der laufenden Blutkrebsstudie beeindruckt: Die Aktie schnellte um fast sechs Prozent nach oben und ist damit zurück auf dem Niveau von Ende Mai.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,34 Prozent am Freitag auf minus 0,35 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 144,69 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,14 Prozent auf 168,99 Punkte.

Ein Euro kostete zuletzt 1,1391 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1394 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8777 Euro gekostet.

Zum Wochenstart gab es zudem noch einige Veränderungen in den Indizes hinter dem Dax: So stieg Wacker Chemie aus dem Index der mittelgroßen Werte MDax in den SDax ab. Nachrücker ist der Leasingspezialist Grenke . Im Kleinwerteindex SDax mussten Vossloh und Hapag Lloyd ihre Plätze für Eckert & Ziegler und DMG Mori räumen./kro/tav/gl/mis/he

--- Von Karolin Rothbart, dpa-AFX ---


Quelle: dpa-AFX

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