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AKTIE IM FOKUS 2: Gewinnziele der Deutschen Post reichen Anlegern nicht

(neu: Schlusskurse) FRANKFURT (dpa-AFX) - Ernüchtert haben Anleger am Dienstag auf die neuen strategischen Ziele der Deutschen Post für die kommenden Jahre reagiert. Konnte der Aktienkurs im frühen Handel zunächst noch leicht zulegen, so drehte er anschließend ins Minus und weitete die Verluste kontinuierlich aus... (neu: Schlusskurse)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ernüchtert haben Anleger am Dienstag auf die neuen strategischen Ziele der Deutschen Post für die kommenden Jahre reagiert. Konnte der Aktienkurs im frühen Handel zunächst noch leicht zulegen, so drehte er anschließend ins Minus und weitete die Verluste kontinuierlich aus.

Weil auch der Gesamtmarkt am Nachmittag im Zuge enttäuschender US-Wirtschaftsdaten deutlich Federn ließ, ging es für die "Aktie Gelb" zum Handelsende um 3,92 Prozent auf 29,445 Euro nach unten. Deutsche Post waren damit das Schlusslicht im Leitindex Dax . Die Kursgewinne der vergangenen Tage sind damit wieder dahin.

Die Post bleibt zwar auf Wachstumskurs, wird aber etwas vorsichtiger beim Setzen neuer Ziele. Bis zum Jahr 2022 soll der operative Gewinn (Ebit) auf mindestens 5,3 Milliarden Euro steigen. Vorstandschef Frank Appel setzt auf eine stärkere Digitalisierung. An ihrem bisherigen Ziel eines operativen Gewinns von mehr als fünf Milliarden Euro für das kommende Jahr halten die Bonner fest.

Analysten bemängeln in erster Linie, dass die Gewinnprognosen für die kommenden Jahre hinter ihren Erwartungen zurückblieben. Matija Gergolet von der Investmentbank Goldman Sachs beispielsweise rechnet im Jahr 2022 mit einem Ebit von 5,8 Milliarden Euro. Das sind 500 Millionen Euro mehr, als die Deutsche Post mindestens erreichen will.

Die vom Logistikkonzern anvisierten mindestens 5,3 Milliarden Euro seien "etwas weniger als erwartet", sagte auch Christian Obst von der Baader Bank und fügte hinzu: "Das gilt auch für den Ausblick auf den Free Cashflow". Obst zeigte sich jedoch gelassen. Denn alles in allem seien die Prognosen angesichts der großen konjunkturellen Unsicherheiten letztlich doch "werthaltig".

William Fitzalan Howard von der Berenberg Bank wertete vor allem das Szenario der Post für die Kapitalausgaben und den freien Barmittelzufluss als enttäuschend. Seine Schätzungen seien "eindeutig zu ambitioniert" gewesen, wie Howard nun einräumte.

Die Aktien der Deutschen Post hatten in diesem Jahr einen guten Lauf, lediglich im Mai gab es eine ausgeprägtere Schwächephase. Seit Jahresbeginn steht ein Gewinn von fast einem Viertel zu Buche. Damit haben sie den deutschen Leitindex Dax ebenso abgehängt wie den europäischen Industriegütersektor , in dem die Titel enthalten sind./bek/ajx/jha/ajx/he


Quelle: dpa-AFX

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