Nachrichten

AKTIE IM FOKUS 2: Evonik kann Gewinnwarnung vermeiden - Anleger erleichtert

(neu: Kurs, Analysten und mehr Details)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Ein festerer Tritt des Chemiekonzerns Evonik auf die Kostenbremse ist am Dienstag an der Börse gut angekommen. Die befürchtete Gewinnwarnung blieb aus. Die im MDax notierten Aktien zogen um 4,6 Prozent auf 25,40 Euro an und setzten sich an die Spitze des Index der mittelgroßen Titel.

Die Autoflaute und niedrigere Ölpreise hinterließen beim zweitgrößten deutschen Chemieproduzenten zuletzt zwar Spuren: Im dritten Quartal fiel der Umsatz auf Jahressicht um 3 Prozent und der operative Gewinn (Ebitda) um 6 Prozent. Konzernchef Christian Kullmann schraubte nun aber das Sparziel für 2019 um 40 Millionen Euro nach oben. Den Großteil davon will Evonik im Schlussquartal verwirklichen. Damit soll der operative Gewinn im Gesamtjahr stabil gehalten werden.

Eine Gewinnwarnung konnte Evonik also vermeiden, was unter Anlegern für Erleichterung sorgte. "Evonik wurde von vielen als das Unternehmen betrachtet, dass am stärksten dem Risiko einer Gewinnwarnung ausgesetzt ist", sagte Analyst Sebastian Satz von der Investmentbank Barclays. Die durchschnittlichen Markterwartungen hätten einen niedrigeren Ausblick bereits widergespiegelt.

"Das Unternehmen beschleunigt die Kostensenkungen, um so den Druck durch die schwierige konjunkturellen Lage (...) zu kompensieren", schrieb Analyst Chetan Udeshi von JPMorgan in einer ersten Reaktion. Die Aussagen zum operativen Gewinn (Ebitda) in diesem Jahr liefen auf einen Wert von rund 500 Millionen Euro im Schlussquartal hinaus. Die Markterwartung liege aktuell mit 483 Millionen Euro niedriger.

Experte Gunther Zechmann vom Investmenthaus Bernstein brachte es auf den Punkt: "Kosteneinsparungen retten den Tag". Mitte August war der Evonik-Kurs mit gut 21 Euro auf den niedrigsten Stand seiner sechseinhalbjährigen Börsengeschichte gefallen. Vor allem die sich immer mehr eintrübende Konjunktur lastete auf den Aktien. Als die Investmentbank Goldman Sachs aus diesem Grund am Mitte August den Daumen senkte und zum Verkauf der Aktien riet, fiel diese in der Folge auf das historische Tief von 21,03 Euro.

Hiervon haben sich die Papiere mittlerweile um gut 20 Prozent erholt. Mit den Gewinnen von diesem Dienstag überwanden sie zudem die Durchschnittslinie der vergangenen 200 Handelstage, die als Indikator für den längerfristigen Trend gilt./bek/mis/jha/



-----------------------
dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX
-----------------------


Quelle: dpa-AFX

Daten bereitgestellt von vwd Vereinigte Wirtschaftsdienste GmbH.