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AKTIE IM FOKUS: Traton wegen Vorstandsumbau unter Druck

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein Vorstandsumbau in der Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat die Aktien von Traton am Mittwoch unter Verkaufsdruck gesetzt. Zuletzt notierten die Papiere der Lkw- und Bus-Tochter des Autokonzerns 2,24 Prozent tiefer bei 17,17 Euro. Die VW-Vorzugsaktien verloren indes mit 0,3 Prozent etwas weniger als der Dax und kosteten 137,60 Euro.

Traton-Chef Andreas Renschler sowie Joachim Drees, Vorstandschef der Tochter MAN , sollen zum 15. Juli abtreten. Renschlers Nachfolger wird Matthias Gründler, der bis Mai 2018 bereits Finanzvorstand bei Traton war. MAN wird künftig vom bisherigen VW-Kernmarken-Produktionsvorstand Andreas Tostmann geführt, der damit auch im Traton-Vorstand sitzt.

NordLB-Analyst Frank Schwope sprach von einem "Paukenschlag". Die Ablösung Renschlers habe überrascht, da Traton auf seine Initiative hin eilig an die Börse gebracht worden sei - noch vor der Hebung wesentlicher Synergien zwischen den Konzernmarken MAN und Scania. Dem neuen Chef komme nun mitten in der weltweiten Wirtschaftskrise die Aufgabe zu, Scania und MAN enger zu verzahnen. Durch gemeinsame Entwicklungen und Einkäufe sollten sich dadurch langfristig Synergien in Milliardenhöhe heben lassen, glaubt Schwope.

Aus Sicht des Mainfirst-Analysten Alexander Wahl ist dies ein "Schlag für die Anlagestory" von Traton. Renschler sei die treibende Kraft hinter einer engeren Kooperation der Marken MAN und Scania gewesen. Das Hauptargument für die Traton-Aktie sei aktuell die Schöpfung von Synergien zwischen den beiden.

Analyst Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan nannte Renschlers Nachfolger Matthias Gründler einen "exzellenten Manager", um Traton zu führen. Er dürfte die Internationalisierungsstrategie des Unternehmens fortsetzen, die auf dem Zukauf von Navistar in Nordamerika und der Umstrukturierung der europäischen LKW- und Bus-Aktivitäten von MAN aufbaue.

Die Traton-Aktien verzeichneten vor gut einem Jahr ihr Börsendebüt mit einem Startkurs von 27 Euro. Im Zuge des Corona-Crash sackten sie Mitte März bis auf 11 Euro ab, bevor sie sich im Juni auf ein Zwischenhoch bei knapp 19,75 Euro erholten. Seither stehen sie eher ein wenig unter Druck, wobei sich der Bereich um die 17 Euro mehrfach als Unterstützungszone erwies./edh/ag/mis


Quelle: dpa-AFX

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