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AKTIEN IM FOKUS: Deal zwischen Nordex und RWE kommt bei Anlegern gut an

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aussicht auf hohe Einnahmen für den Windturbinenhersteller Nordex hat am Montag die Anleger begeistert. Für mehr als 400 Millionen Euro in bar wollen die Hamburger europaweite Wind-und Solarprojekte an den Energieriesen RWE verkaufen. Der Nordex-Kurs schnellte am Vormittag um 16 Prozent auf gut 10 Euro nach oben und ließ damit alle anderen Aktien im SDax der kleineren Börsentitel weit hinter sich.

Auch bei RWE-Aktien stieß der Deal an der Börse auf Zustimmung. Der Kurs gewann 1,6 Prozent auf 32,50 Euro. Das von Nordex an RWE wechselnde Paket umfasst Anlagen mit 2,6 Gigawatt Windkapazität, davon 1,8 Gigawatt in Frankreich, sowie 0,1 Gigawatt Solarkapazität. Der Energiekonzern stärkt derzeit massiv seine Aktivitäten im Bereich der Erneuerbaren Energien. Die Arbeitnehmervertreter in Frankreich und die dortigen Behörden müssen der Vereinbarung aber noch zustimmen.

"Das wird die Bilanz des Unternehmens deutlich verbessern", argumentierte Analyst Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler mit Blick auf den Verkäufer Nordex. Aus einer Nettoschuldenposition würde eine deutlich positive Cash-Position. Nordex hebe mit dem Deal erhebliche versteckte Reserven. In den Büchern sei das Geschäft bislang sehr niedrig bewertet.

Nordex sei ein zwar wachsender, aber doch eher kleiner Hersteller von Windkraftanlagen, merkte Analyst Constantin Hesse von der US-Bank Jefferies an. Aus Sicht von Investoren sei daher die Liquidität des Unternehmens stets mit Sorgen behaftet gewesen. Mit dem Erlös aus dem Verkauf seien diese zumindest auf kurze Sicht ausgeräumt. Nordex hat einen Börsenwert von gut einer Milliarde Euro. Zum Vergleich: Die beiden Wettbewerber Siemens Gamesa und die dänische Vestas bringen es auf fast 14 Milliarden beziehungsweise mehr als 20 Milliarden Euro.

Auch mit Blick auf RWE hoben Experten am Montag den Daumen. Der Stromkonzern erweitere das Volumen der Projekt-Pipeline mit dem Zukauf um etwa zwölf Prozent, so Tanja Markloff von der Commerzbank. Nach Fertigstellung der projektierten Anlagen dürften diese pro Jahr geschätzte 300 Millionen Euro zum bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) beitragen. Sie bekräftigte die Kaufempfehlung für RWE.

Aus charttechnischer Sicht verblieb die Nordex-Aktie trotz der Rally in der Handelsspanne der vergangenen Wochen. Diese reicht von etwa 8,50 bis zu 10,30 Euro. Vom Corona-Crash-Tief im März bei 5,55 hatten sich die Papiere bis Anfang Juni fast verdoppelt. Darauf folgte eine Stagnation unter starken Schwankungen. RWE-Aktien hatten den Kurseinbruch im weltweiten Corona-Crash vor zwei Wochen komplett wieder aufgeholt - und traten zuletzt unter 33 Euro auf der Stelle./bek/tih/jha/


Quelle: dpa-AFX

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